Spielbericht aus dem Rat der Stadt Bochum

(9. Spieltag vom 01.10.2026, Lesedauer 6 Minuten)

Ach komm, weder gibt es die von der sehr guten Partei Die PARTEI angefragte Verlängerung der Sommerpause (bis zur Sitzung leider keine Antwort) noch dürfen die Ausschüsse neu gewählt werden, das ist doch nix Halbes und nix Ganzes für eine ordentliche Ratspartie. So steht heute ja fast nur Pillepalle auf der Agenda. Und dennoch zieht sich die Chose wieder ganz schön in die Länge, denn Reden und Gegenreden gibt es viele auch heute.

Babo Günter „Lord“ Lukat pfeift die Begegnung gewohnt pünktlich an, die erste Aktion hat indes unser nicht designierter, sondern verabschiedeter Oberstadt-Direx (auch LeitX Chaosamt #Handschelle), der sich jetzt in Richtung Städtetag vom Acker macht, satte 10 Minuten lang seine Zeit mit Corona und Krieg und Dingens Revue passieren lässt und mit durchaus wohlwollendem Beifall verabschiedet wird. Tschö mit Ö, sowie Alles Gute dem angenehmen Sitznachbarn im Haupt- und Finanzausschuss.

Dann wird schnell durchaus überraschend einhellig die Dringlichkeit bestätigt, einen Antrag zur Prüfung der Absage des Lebenslaute-Konzerts mit auf die Tagesordnung zu nehmen, bevor unsere bisherige Kämmerererererin Frau Dr. Hubbert bei lediglich vier Enthaltungen völlig zu Recht zur neuen Oberstadtdirektorin gekürt wird und dann allerdings (nachdem noch ein paar Beiräte gewählt worden sind) mit Optimismus (= Mangel an Information) erklärt, wie nicht nur Bochum, sondern fast alle Kommunen am Arsch sind, weil kein Finanzausgleich von Bund und Land bei dafür deutlich mehr wahrzunehmenden Aufgaben erfolgt. Daher gibt’s jetzt eben ein sogenanntes Haushaltssicherungskonzept, in dem jeder Euro dreimal umgedreht werden darf, so lange bis die trotz wieso auch immer steigender Gewerbesteuereinnahmen fehlenden 213 Mio. Euro nur für nächstes Jahr zusammen gesammelt sind. Kacke ist das selbstredend, aber auch nix Neues leider. Nur durch Bettensteuer oder Parkgebühren wird sich das nicht stemmen lassen.

1 Vorgeschmack auf KI in der Verwaltung

Die nächsten Beschlüsse gehen bis Punkt 11 dann easy durch, hier allerdings dürfen die Verdachtsfälle gegen die neue Förderrichtlinie Kultur hetzen, was allerdings nix daran ändert, genauso wenig wie sich am Jugendförderplan dieses Gender-Teufelszeug weglabern lässt. Puh, anstrengend, „Kinder stark machen“ hat Die PARTEI ja nun einmal erfunden und deswegen ist das zwar nicht schlimm, ginge allerdings alles auch gerne einen Tacken besser, wofür wiederum natürlich die Kohle fehlt.

Und auch heute ist guter Rat wieder teuer 😉

Dann geht’s nach kurzer Pause nochmal richtig rund, denn die Kommunale Wärmeplanung will verabschiedet werden. Der Technologieofen ist zumindest für Bochum zum Glück fast aus, denn Fernwärme und Wärmepumpen nehmen den Großteil der zukünftigen Versorgung ein. Und wenn die Quasi-Prolet-Arier auch hier wieder wie erwartet pöbeln, sind die ja anscheinend nicht einmal mehr alle im Rats-TV zu sehen. Auch gut.

Viel Mittelfeldgeplänkel, episodische Evidenz und etliche teilweise tiefbegabte törichte Tüpen später geht es schnell noch um den Sportpark Feldmark, der für 1,6 Mio gebaut werden soll und „Anpassungen im ÖPNV Liniennetz“, sprich Kürzungen, denn Wattenscheid braucht nun echt mal alles Mögliche, aber echt keinen Bus

zur Uni, oder? Dafür hatten einige Leute in der Schule anscheinend zu oft hitzefrei und sind daher gegen Hitzeschutz, wohingegen auch in Riemke bald endlich ordentlich eingekauft werden darf.

Eine Sonderprüfung durch das Rechnungsprüfungsamt zu den Ergebnissen um das Lebenslaute-Konzert hingegen soll leider nicht stattfinden, dafür gibt’s in Bochum nun einmal nicht wirklich Mehrheiten, denn Gewerbesteuern (s.o.) wollen wir ja lieber nicht gefährden. Als ob Heuschrecken Einfluss nehmen würden, wenn in vorauseilendem Gehorsam Entscheidungen zugunsten des Kapitals getroffen werden…

Endlich sind wir dann bei den Mitteilungen und Antworten angekommen. 56 (!) davon hat die Verwaltung diesmal erstellt, einige sind ganz hübsch geworden, besonders die zum Aufwand zur Beantwortung von Anfragen. Und bei den Anfragen (von denen wiederum gibt es diesmal zum Glück nur 12 schriftliche und 4 mündliche) kommt die nach der Verlängerung der Sommerpause offensichtlich zu spät.

19:48 haben wir bereits, dennoch gibt’s noch eine klitzekleine Nachspielzeit, aber aufgrund weniger Verletzungsunterbrechungen ist doch zum Glück recht schnell Schicht im Schacht. Jetzt müssen wir leider fast 6 Wochen bis zum nächsten Spieltag (12.11., 14:00h, RuhrCongress) warten, wenn wir allerdings nur mit Bauchschmerzen alle antisemitischen Clanchefs enteignen oder gerne auch vergesellschaften, weil Alfred Hitler ja ein Linker war und Antisemitismus die perfideste Form von „Ausländerfeindlichkeit“ ist. Oder so ähnlich…

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