(Spieltag vom 05.02.2026, Lesedauer 7 Minuten)
Meine Fresse, gerade einmal so circa 37 Tagesordnungspunkte stehen bei der ersten Partie des Jahres auf der Agenda und irgendwie deutet vieles auf einen entspannten Nachmittag hin. Doch die Zerstörungslust in größeren Teilen der Gesellschaft ist nun einmal enorm groß und deswegen müssen genau heute große Fragen in epischer Breite diskutiert werden, so dass nicht nur der Betriebsunfall gar nicht mal soo früh Feierabend hat.

Babo Lutz „Luki“ Lukat startet pünktlich um 14:00h, der Ruhr Congress ist ordentlich besucht, nur unsere NörgelbürgX werden ein wenig vermisst. Doch so sind wir zumindest ohne großes Aufwärmen im Spiel. Harmloses Mittelfeldgeplänkel prägt die Anfangsphase, bei der es zunächst um sehr gute Gremienbesetzungen geht, z.B. für die Emschergenossenschaft, die Kommunale Gesundheitskonferenz, den Städtetag, den Wahlausschuss, den Beirat der Verbraucherzentrale, später noch den Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration und was es nicht sonst noch alles so gibt, bei dem sich Gratisgetränke schlabbern lassen…
Wegen der Faulenquote für Einzelmandatsträge hat Die PARTEI hier zum Glück keine Aktien drauf, resp. geht leer aus, puh! Bei „Brot und Spiele“ sind dann allerdings alle hellwach, denn die Themenfelder Olympia und kurz danach VfL (versteckt hinter „Bochumer Sportstätten Besitzgesellschaft mbH (BoSB): Wirtschaftsplan 2026“) rufen unsere RedenschwingX noch und nöcher auf den Plan. Dabei geht es in Sachen Olympia an und für sich erst einmal „nur“ um den Ratsbürgerentscheid dazu, denn ob wir das wollen, sollen selbstredend mündige BürgX entscheiden, nachdem sie von Fraktionen und Gruppen, ggf. auch von Einzelmandatsträgen ordentlich indoktriniert werden konnten. Konzept, Kosten, Konsequenzen? Kokolores! Die meisten wollen diese Veranstaltung unbedingt nach Bochum holen, der von Die PARTEI neu demographisch differenzierte konzipierte Moderne Fünfkampf verfängt aber auch so was von…
Naja, dass die Rhein-Ruhr-Region hier nur so semi-gute Chancen hat, will natürlich niemand so richtig wahrhaben, Hauptsache wir hauen schonmal ordentlich Geld raus und beschäftigen jede Menge Leute nicht mit vielleicht einen Tacken wichtigeren Themen. Ablenkung fürs lifestyleteilzeitverwöhnte Wahlviech wird schließlich gerade heute mehr benötigt denn je. Stellt euch mal vor, die Leute würden statt Spocht zu gucken einfach mal ein Buch oder eine Zeitung lesen und dabei noch was lernen, das dabei hilft, bestehende Verhältnisse zu hinterfragen. Das crazy, oder?
Eine ähnliche Thematik behandeln wir natürlich übrigens beim Sportstättenbesitzgesellschaftsdingens auch: 117 Mio wird den Haushalt der Stadt Bochum der Spaß bis 2030 kosten. Selbst wenn der VfL aufsteigt, zahlt er davon gerade einmal ungefähr 1% Pacht pro Jahr, m.a.W. hat sich die Klamotte schon in 100 Jahren amortisiert, cooles Konzept…; und nein: Kaum eine andere Veranstaltung wird im Ruhrstadion stattfinden, auch nicht der gewünschte Boxkampf eines gRÜNEN ohne Gewichtsklasse. Keine Studie kann nachweisen, dass Bundesliga-Fußball einer Kommune auch nur irgendwie hilft, auch wenn die Trickle-Down-Lüge oder das Marketing-Argument noch so oft wiederholt werden und die Hundertschaften weiter vom Bund bezahlt werden. Aber sorry, da sind wir ja jetzt – huch – sehr in der Realpolitik, deswegen weiter im Text 😉…
Denn die wirklich großen erstklassigen Aktionen auf dem Platz haben heute noch gar nicht stattgefunden. Schließlich müssen wir uns noch intensivst mit Hundesteuer (bleibt; 18.600 Hunde sind übrigens registriert in Bochum, wau!) und dem Konzept zum Abstellen von E-Scootern (wird noch erarbeitet, die Ausbeutung der seltenen Erden spielt hierbei indes immer noch keine Rolle, männo!) beschäftigen; alleine diese Punkte nehmen ca. 1 Stunde Raum ein und bringen die Stadt aber auch so was von nach vorne und haften einigen Leuten ja auch an wie 4711. Hauptsache, Ronald Reagan kann mal zitiert werden mit irgendeinem neoliberalen Dünnschiss-Satz. Schwer auszuhalten das, doch das Ende der Partie naht.
Zunächst setzt es eine gehörige Runde Mitteilungen – krasse 31 sind es diesmal. Die beste betrifft heute die Antwort auf die Anfrage zum Atommüllendlager in Bochum-Wattenscheid, aber auch sonst lässt sich die Verwaltung nicht lumpen und antwortet durchaus auch mal mehrsilbig, was das Zeug hält.
Anfragen haben wir heute natürlich auch wieder so einige auf dem Zettel. Glatte 16 sind es heute und davon durchaus die ein oder andere triefend Braune. Besonders wertvoll ist hier heute die der sehr guten Partei
Die PARTEI „Make Bochum Great Again: Zeitfenster nutzen und Grönland annektieren“, denn da stecken bekanntlich wieder jede Menge Teufel im Detail.
Nur noch die Nachspielzeit in Form des nicht-öffentlichen Teils muss absolviert werden. Dass es hier zu einer (wahrscheinlich wohl berechtigten) Verlängerung in nicht unerheblichem Ausmaß kommt, ist zumindest beim Blick auf die Uhr transparent, nach 4 ¼ Stunden haben wir es dann allerdings geschafft und freuen uns schon wieder wie Bolle auf den nächsten herausfordernden Matchday (19.03., 14:00h, RuhrCongress). So long!

