(Spieltag vom 07.05.2026, Lesedauer 9 Minuten)
Neues Spiel, neues Glück, 6. Spieltag im Rat: Babo Heinz „Luki“ Lukat pfeift die gut besuchte Partie im RuhrCongress wie immer recht pünktlich an. Und er verkündet direkt mal Neuigkeiten hinsichtlich unserer Weitmarer Republik, denn mit BSW und UWG tun sich zwei Kleingruppen zu einer größeren Gruppe zusammen, die aber so was von viele politische Gemeinsamkeiten aufweisen, dass sich damit ganze Spiegelsäle füllen lassen.

Gar nicht mal so viele verschiedene Themenfelder stehen heute an, die wiederum haben es allerdings schon in sich und lassen ein spannendes Match erwarten, obwohl der Klassenerhalt bekanntlich schon gesichert ist…
Zunächst gibt’s erst einmal eine ordentliche Portion Dringlichkeit, nämlich die, gemeinsam dafür sorgen zu wollen, dass das Ordnungsamt aufhört damit, Quatsch zu machen, e.g. Praktikantinnen an die Heizung zu fesseln, rassistisch zu sein oder – noch schlimmer – Schalke-Spiele zu gucken. Krasser Kram, den es da zu untersuchen gilt, hoffentlich werden diesmal bitte auch mal Vornamen genannt. Das Thema steht damit also auch hier und nicht nur im „Ältestenrat“ auf der Agenda.
Nicht ganz so dringend erscheint den meisten Ratsleuten hingegen 1 sehr gute Resolution zur Vermögenssteuer, die vom Betriebsunfall mit fabriziert wurde. Dazu gibt es indes ggf. noch einen zweiten Anlauf, denn dass unsere Finanzen einen kleinen Booster vertragen könnten, sehen ja schon alle irgendwie ein. Von den 10 Millionen aus Hoffenheim für Herrn Lenz hat die Stadt ja nunmal nix…
Das indes ist alles nur Vorgeplänkel, denn richtig zur Sache geht es jetzt wie immer bei der „Vergabe“ der Ausschuss-Sitze, bei der sich durch die neue Konstellation natürlich lustige neue Konstellationen ergeben. Denn tatsächlich wird auch heute gewählt, was ja grundsätzlich in Frage zu stellen ist, da Menschen ab und an schon mal krank sind; gut läuft es so daher nur für Fraktionen, die sich Leihstimmen besorgen können, da gibt’s dann auch nix persönlich zu erklären, dann wählt doch bitte geheim! 😉.
Am Ende kommt diesmal raus, dass zwischen fdP-UWG:WAT und Stadtgestalter/Volt der letzte Platz jeweils gelost wird. Das Team St.eude gewinnt nach spannendem Verlauf knapp mit 7:5, doch wir sind alle gespannt, welche Klage als nächstes erfolgreich sein wird. Der Betriebsunfall indes hat dank der wieder eingeführten Faulenquote nur noch diesen einen Beratungssitz anne Hacke und bleibt schön den Finanzen treu.
Dann kommt die Partie endlich in die wirklich heiße Phase, denn nachdem wir uns alle aber so was von darauf freuen, die Fackel für diese unsägliche Olympiabewerbung angezündet zu haben (Triumph des Willens anno `36, oder wat?) und die nächsten Millionen für Brot & Spiele rauswerfen dürfen, soll Grillen schließlich nicht nur durch den Graslandfeuerindex verboten werden, ja was jetzt eigentlich? Hier und da geht’s vielleicht auch so, anderswo dann eher nicht oder vielleicht doch mit festen Plätzen. Verwirrend! Arme Leute, die keinen Garten haben und diese latent demokratischen KurdX in ihren schönen Trikots beim Newroz-Fest (stabiler Diavortrag vom gRÜNEN, auch wenn dem Betriebsunfall dabei irgendwie wahrscheinlich aufgrund der akuten Hegemonialverschiebung nach rechts das Wort „Völkerschau“ in den satirischen Sinn rutscht…) sollen sich mal bitte nicht so anstellen.
Das Ordnungsamt ist nun mal mit ganz vielen anderen Sachen beschäftigt und die Idee, flächendeckend Airfryer zur Verfügung zu stellen scheint bei Licht betrachtet vielleicht doch noch nicht ganz so ausgereift, weil wegen fehlender Elektro-Ladeinfrastruktur, hach…
Eine satte Stunde verwenden wir auf das Thema und brauchen daher erst einmal eine ordentliche Pause, in der die Akkus aufgeladen werden und das politische Hinterzimmer der real existierenden Demokratie (im Gegensatz zur Pseudokratie in Gellek, überhaupt kein Glückwunsch, dann geht doch wieder 1. Liga und nehmt Hannover direkt mit, tschö! 😉) stark frequentiert wird. Nach 20 Minuten sind aber alle wieder pünktlich am Stacht und die nächsten Toppings Topics werden abgehandelt. Die organisierte Verantwortungslosigkeit im Kaputtalismus sorgt dafür, dass wir analog zur aktuellen Entsolidarisierung bei der Gesundheit auch das KiTa-Essen leider teurer machen müssen (steigt von €57,- auf €70,- pro Monat, klaro: einkommensunabhängig), watwillstemachen; wenigstens bekommen die AfDeppen so einfach keine Hundekotbeutel für ihre Friedhöfe, ätsch!
Ein paar Bebauungs- und Flächennutzungspläne sind weitestgehend jwd und/oder tldr, auch Feinstaub macht dem VfL-Talentwerk anscheinend nix aus, daher geht’s schnell in die Nachhaltigkeitsstrategie, so dass die Verdachtsfälle auch endlich ihren Auftritt haben und die Klimakrise direkt mal im Verbund mit Gleichberechtigung abräumen. Heidewitzka, Herr Kapitän!
Die sogenannte 4. Tranche geht dann allerdings schon weitestgehend klar; ein paar sinnigere Änderungsanträge kriegen mächtig auf die Knochen, von wegen Welpenschutz. Insgesamt geht es allerdings schon stetig voran auf dem Thema trotz dieser Lücke, dieser entsetzlichen Fähigkeitslücke, die sich dann sowohl beim abgelehnten Konnexitätsbericht als auch beim August-Bebel-Platz zeigt, den wir jetzt eben nicht einfach sich selbst so hässlich überlassen wollen.
Dass mit so einer – natürlich mehrsprachigen – Infobroschüre zu Notfällen und Krisensituationen nunmal überhaupt keine Panik gemacht, Angst verbreitet und das allgemeine Narrativ von Kriegstüchtigkeit gefüttert wird, muss dann auch der letzte linke Welpe doch bitte einsehen. Außerdem wird es die aus anderen Gründen erstmal nicht geben, da kommt bestimmt was Tolles von Bund oder Land, wir sind alle schon gespannt wie Flitzebogen.
Dreieinhalb Stunden läuft die ausgeglichene Paarung mittlerweile, die Entscheidung muss in der Verlängerung fallen. Nach einer weiteren kurzen Pause geht es jetzt pseudosachlich nochmal ums Ordnungsamt. Tief im Westen gibt’s indes nix Neues, außer dass unser Dezernent für Personal, Digitalisierung, Recht und Ordnung Herr Kopietz sehr offen Auskunft gibt. Letztlich bittet uns unser Babo recht pragmatisch und mit latentem Dackelblick darum, einvernehmlich der geforderten Prüfung stattzugeben, damit wir uns nix nachsagen lassen müssen. Das geht dann natürlich klar, denn so langsam wollen ja auch alle mal den Schlusspfiff hören.
Davor setzt es allerdings noch einen bunten Reigen an Mitteilungen und Antworten der sehr guten Verwaltung zu allen möglichen Politikdienstleistungen. Schlimm sind ja diese vielen Anfragen, die der Verwaltung ohne Sinn und Verstand bei hohem Rechtspoulismusgehalt jede Menge Arbeit machen, immerhin ist aber das Tragen von politischen Symbolen zulässig. Anfragen setzt es dann auch noch ordentlich: 18 schriftliche und 5 mündliche sind es diesmal, bei denen schon jede Menge Fragwürdigkeiten formuliert werden. Die sehr gute Partei Die PARTEI fragt in dieser Rubrik diesmal hingegen gewohnt seriös an, ob die Verlosung von Haushaltsmitteln nicht eine schöne Option für die Kämmerin sein kann, rechnet allerdings nur bedingt mit mehrsilbigen Antworten.
Zack, schon neigt sich der Spieltag dem Ende entgegen, kurz gibt’s noch ein wenig Gemauschel im nicht-öffentlichen Teil, der Betriebsunfall ist genau jetzt im Runners High angekommen und würde gerne noch länger, doch schon ist es 20:15h. Pünktlich zu „Praxis mit Meerblick“ bzw. „Der Alte“ haben wir tatsächlich fertig, sind wie Flasche leer und freuen uns jetzt schon auf die nächste Veranstaltung, wenn vielleicht wieder irgendwas mit Ausschüssen zu regeln ist (18.06., 14:00h, RuhrCongress).

