Spielbericht aus dem Rat der Stadt Bochum

(Spieltag vom 02.11.09.2023, Lesedauer 5 Minuten)

Nahezu kurz und schmerzlos verläuft die heutige Turbopoltik-Veranstaltung im Rat. Nicht allzu viele „große“ Themen stehen auf der Agenda, wir befinden uns ja (zu unserem Glück) auch näher an Eppendorf als an Gaza.

Einigermaßen pünktlich wird angepfiffen und nach Vereidigung der neuen Kollegin von den gRÜNEN direkt mal noch offiziell die Zerlegung von die Linke kund getan, so dass aus dieser ursprünglichen Fünfer-Fraktion jetzt eine kleine „Zweier-Gruppe“ und eine weitere „Dreier-Fraktion“ hoffentlich nicht für Weitmarer Verhältnisse im Rat sorgen wird. Neun Gruppierungen und einen Einzelmandatsträgen gibt es hier nämlich jetzt, der Betriebsunfall der sehr guten Partei Die PARTEI hält da gerne den Spiegel vor, denn eine neue Verteilung der Pöstchen in Ausschüssen und Aufsichtsräten im Sinne der „Spiegelbildlichkeit“ könnte jetzt mal wieder angesagt sein, oder?

Wofür so 1 Spiegel alles gut sein kann 😉

Den dritten Zweck kann das Gerät heute indes nur bedingt erfüllen, denn zu der anvisierten Resolution zum Schutz jüdischen Lebens in Bochum und dem Gruppenphoto mit allen – wir haben uns aber auch schön rausgeputzt heute 😉 – kommt es leider nicht, da nicht zwei Tage, sondern zwei Werktage Vorlauf nötig sind, um so etwas auf die Tagesordnung zu bringen. Die bei solchen Dingen ja immer überaus eifrigen freien Rechtsradikalen haben das nämlich bemängelt und gequängelt, dürfen jetzt wohl beim nächsten Mal mit unterzeichnen und können so lange schön weiter gegen den aigewangerten eingewanderten muslimischen Antisemitismus hetzen, wie es ihrer Natur entspricht.

Und dann geht’s direkt weiter volle Lotte zur Sache: Zunächst wird unser unaufgeregter Stadtdirektor Herr Kopietz angemessen unaufgeregt für weitere 8 Jahre wiedergewählt und noch mal ordentlich von allen dazu beglückwünscht. Gesellschaftsgedönse, Jahresabschlüsse und Satzungsänderungen laufen easy, vor allem mehr Straßen sollen häufiger gereinigt werden; wenn sich die DurstlöschX schon nicht verbieten lassen, dann lassen wir die eben einfach häufiger wegräumen.

Bei der „Mieterhöhung“ für Wohnunterkünfte wird dann allerdings moniert, dass es auch 394 Leute in Bochum gibt, die das selbst zahlen, aber die können zur Not eine Ermäßigung beantragen. Hmm, kann durchaus sein, dass das für die dann nicht ganz so supi geschweige denn einfach umsetzbar ist. Die Ökopunkte machen wir dafür übrigens sofort teurer und erhöhen die direkt mal von 6 Euro auf 10 Euro und nicht erst auf 8. So können sich unsere BürgX ganz schnell daran gewöhnen und die Maßnahme dürfte zudem einen massiven Einbruch in der Baumfällindustrie zur Folge haben. Schon schade, dass nächstes Jahr kaum noch Bäume übrig sind, nachdem die Motorsägen diesen Herbst in Bochum noch einmal so richtig durch die Rabatten gerattert sein werden. Aber die Hauptsache bleibt selbstredend, dass immer auch schön ordentlich kompensiert wird, da sollten wir wie gewohnt einfach nur ganz dem Markt vertrauen und müssen dann auch gar nicht mehr so genau hinschauen, ob die Nachpflanzungen nach einem halben Jahr nicht vielleicht doch längst eingegangen sind oder es den Urwald in den Karpaten überhaupt noch gibt.

Mit den Anträgen sind wir dann heute sehr schnell fertig, ein paar Gremienumbesetzungen werden großzügig genehmigt, ein paar Sachen von der €dU (irgendwas mit Jugend, Alter!) und Stadtgestalten (irgendwas mit Handwerkstourismus) vielleicht einen Tacken zu rigoros abgelehnt, da zeigt sich mal wieder eine gewisse Nickeligkeit und auch eine übertriebene Härte auf dem Platz, Karten gibt es allerdings nicht dafür.

Über die gerade einmal sechs Mitteilungen gibt es zumindest nichts weiter zu erzählen, die Antwort auf die Anfrage der sehr guten Partei Die PARTEIWann wird Bochum auch Souverän-City?“ ist zwar durchaus erfreulich mehrsilbig, doch inhaltlich nur bedingt befriedigend. Damit werden sich jetzt aber hoffentlich doch noch einige DigitalspezialistX der anderen PolitikdienstleistX auseinandersetzen (wurde zumindest kolportiert). Schaunmermal. Mit sieben schriftlichen (z.B. die des sehr guten Betriebsunfalls „Besseres Klima für KlimaklebX“) und dann noch einmal fünf mündlichen Anfragen zu allen möglichen Themen geht auch der nächste Spielabschnitt schnell vonstatten, viele Torraumszenen gibt es hier leider nicht mehr zu bestaunen.

Aufgrund der wenigen Unterbrechungen fällt auch die heutige Nachspielzeit überaus kurz aus, so dass wir pünktlich Feierabend machen. Zumindest Teile des Teams verabreden sich dann doch noch zu einem Gruppen-Photo und werden ansonsten erst wieder am 14.12. (14:00h, Ratssaal) bei der nächsten Partie geballt aufeinandertreffen.

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